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Warten will gelernt sein! Bald ist Weichnachten! Die ganze Wohnung duftet nach Keksen, Stollen und Kletzenbrot. Alle Zimmer werden weihnachtlich geschmückt, und die Kinder schreiben ihre Wunschzettel. Eigentlich ist die Adventszeit wunderschön, aber für Sabine und Florian wird sie zur Geduldsprobe. Sie können das Weihnachtsfest kaum mehr erwarten. Florian hat sich ein ferngesteuertes Auto gewünscht und Sabine träumt von einer Babypuppe, die nicht nur weinen und lachen kann, sondern der man auch das Fläschchen geben kann. „Ach“, denkt sie, „wenn ich sie erst einmal in den Händen halte, dann ist mir nie wieder langweilig“. Gemeinsam gehen die beiden zu ihrem Vater und fragen zum wiederholten Mal, wann denn nun endlich Weihnachten ist. Dieser ist schon etwas genervt und versucht diesmal, ihnen an Hand des Kalenders aufzuzeigen, wie lange sie noch warten müssen. Die beiden verstehen das ganz gut, aber es sind eben noch so viele Tage... Als die Eltern gemütlich im Wohnzimmer sitzen, kommt ihnen die Idee, dass sie eigentlich nachhelfen könnten. Wenn sie alle Kalenderzettel abreißen, dann brauchen sie nicht mehr auf den 24. Dezember zu warten und können gleich Weihnachten feiern. Gesagt, getan! Als der 24. zum Vorschein kommt, fangen beide ein Freudengeschrei an, dass der Vater fast vom Sessel fällt. Nun redet die Mutter mit ihren beiden ungeduldigen Kindern: „Man kann nichts erzwingen. Ich verstehe ja, wie sehr ihr euch auf Weihnachten freut und vor allem auf eure Geschenke, aber es ist auch wichtig, zu lernen, auf etwas zu warten. Die Freude über das, was man sich von ganzem Herzen wünscht, ist dann umso größer. Außerdem habt ihr beide so viele Spielsachen, dass euch nie langweilig sein muss. Bedenkt auch, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ihr genug zu essen und anzuziehen habt. Dafür sollten wir dankbar sein. Meine Freundin hat mir gerade gestern erzählt, was sie letztes Jahr bei einer Verteilerreise von ,Weihnachten im Schuhkarton‘ erlebt hat. Sie haben den Kindern in einer Schule im Norden Rumäniens Weihnachtsgeschenke überreicht. Als die Kinder die Schuhkartons öffneten, waren sie überglücklich. Natürlich haben sie sich auch über alle Süßigkeiten und Spielsachen gefreut, aber die Freude über warme Hauben, Handschuhe, Schals oder Socken war noch größer. Ein Junge war so gerührt, dass er die Tränen nicht zurückhalten konnte. Er sagte: ‚Ich habe für ein paar Schuhe gebetet. Nun hat Gott mein Gebet erhört. Sie sind wunderschön und haben genau die richtige Größe. Jetzt können mein Zwillingsbruder und ich gleichzeitig zur Schule gehen, und wir brauchen uns nicht mehr abwechseln.‘ Leise fügte er hinzu: ‚Bisher mussten wir uns immer ein Paar Schuhe teilen‘.“ Die Kinder haben aufmerksam zugehört und dann spontan gefragt: „Können wir nicht auch so ein Päckchen für arme Kinder machen? Dann helfen wir, und gleichzeitig fällt uns das Warten leichter. Und wir wollen lernen, Gott für alles zu danken was wir haben.“ Gerti Holzer
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